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Der Schanzenchef, das ist die zentrale Figur im ganzen Organisationskomitee der Engelberger Weltcup-Veranstaltung.

Das weisse Gold

21. Dezember 2018

Es kann gut sein, dass den Gästen und Wintersportlern die Währung wenig bis gar nicht bekannt ist, auf die Wintersportorte seit Jahren setzen. Das weisse Gold, sprich Schnee. Wer genug davon besitzt, hat gegenüber den Mitbewerbern entscheidende Vorteile. Denn ohne dieses Element ist an die Ausübung von Wintersport kaum zu denken.

Es ist eine Zeiterscheinung, dass die Grundlage für Skipisten mehr denn je aus der Düse kommt. Auch in Engelberg. Doch dieser maschinell erzielte Schnee ist nicht gleich Schnee. Da gibt es sehr grosse Unterschiede und vor allem eines – viel Erfahrung. Wer meint, dass ein Druck auf den Startknopf für die Schneeproduktion ausreicht, muss enttäuscht werden. Und einen Lehrgang dazu gibt es auch nicht. Entweder man kann es, oder man kann es nicht. Wissen und Erfahrung ist beim maschinell erzeugten Schnee alles. Je tiefer die Temperaturen, umso mehr stimmt die Qualität des mit Luft und Wasser erzeugten weissen Goldes. Sind die Schneianlagen einmal in Betrieb gesetzt, sind regelmässige Kontrollgänge Pflicht. Ob die Körnigkeit stimmt, sieht das geschulte Auge eines guten Schneemachers sofort. Qualitativ guter Schnee erleichtert die anschliessende Pflege der Skipisten und Langlaufloipen. Aus diesem Grunde sind die Engelberger Schneemacher immer dann unterwegs, wenn sich die Einheimischen und die Gäste am späteren Abend zur Ruhe legen, nachdem sie die wohlige Wärme und die Gemütlichkeit zu Hause in vollen Zügen genossen haben. Schneemacher sein ist definitiv kein Job für nicht Kälte resistente Menschen. Und Feierabend haben sie meistens erst dann, wenn die Nacht dem Tag wieder Platz macht.

Ob eine Wintersportstation wie Engelberg Anlagen für die Produktion von technischem Schnee hat oder nicht, ist längst zu einem Wirtschaftsfaktor geworden. Keine andere Sportart ist so eng mit der Natur verbunden wie der Wintersport. Deshalb haben die Entwickler in den letzten Jahren extrem viel in die Effizienzsteigerung aller Komponenten einer Beschneiungsanlage investiert und die schonende Verwendung der natürlich vorhandenen Ressourcen laufend optimiert. Nicht zuletzt dank dem Einsatz von intelligenten Beschneiungssystemen konnte die Energiebilanz deutlich verbessert werden. Engelbergs Bergbahnbetreiber wissen um die Wichtigkeit einer intakten Natur. Entsprechend gross waren ihre Investitionen für den Einsatz der bestmöglichsten und umweltschonensten Geräte für die Erzeugung des heute wirtschaftlich so wertvollen weissen Goldes.


Text: Beat Christen
Bilder: Bergbahnen Engelberg-Titlis 

Beschneiung am Brunni mit Sonnenkraft