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Bald geht's auf die Loipe!

26. Oktober 2018

Mit den kühleren Temperaturen steigt bei vielen Langläufern die Vorfreude auf den Winter. Engelberg will so bald wie möglich in die neue Saison starten und präsentiert sich als aufstrebende Langlaufdestination.

Bisher begann die Langlaufsaison in Engelberg irgendwann im Dezember – dann, wenn zum Beispiel in Davos schon längst auf der vier Kilometer langen «Snowfarming-Loipe» trainiert wird. Sofern es Frau Holle gut meint, soll heuer aber auch in Engelberg die Saison schon früher eingeläutet werden. Die Titlisbahnen sind bestrebt, die Trainingsloipe auf Trübsee bereits im November öffnen zu können. Diese steht den Hobbyläufern genauso offen wie ambitionierten Sportlern.

Engelberg bewegt sich
In Engelberg wirbelt die Nordic Kommission, welche vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde, für den Langlauf. Roger Bütler und Eskil Läubli als Co-Präsidenten heissen die grossen Antreiber. Beim Wort Kommission erwarten viele Leute ein starres Gefüge, in dem lange diskutiert und wenig erreicht wird. «Wir sind alles Mitglieder mit vielen Emotionen und Begeisterung für den Langlaufsport. Wir wollen den Langlaufsport in Engelberg voranbringen», entgegnet Roger Bütler.

Schweizermeisterschaften auf der Gerschnialp
Und tatsächlich, was die Kommission in nur zwei Jahren erreicht hat, darf sich sehen lassen. Auf der Gerschnialp wurde die Strecke neu homologiert, so dass sie FIS-tauglich ist. Bereits für den kommenden Winter (2./3. Februar und 29. bis 31. März 2019) konnte die Kommission die Langlauf Elite Schweizer Meisterschaft  auf die attraktive Strecke holen. "Für sportliche Gäste ist diese komplett neue Strecke eine sehr spannende Angelegenheit. Man kann dort trainieren, wo sich auch die Schweizer Langlaufelite misst", sagt Nadia Christen, Technische Leiterin der Schweizer Skischule Engelberg Titlis AG

 

 

 

Loipe mitten im Dorf
Auf allen Engelberger Loipen wurden Webcams installiert, die dem Langläufer schon zuhause einen Eindruck von den Schneeverhältnissen geben. "Zudem konnten wir die Nachtloipe ausbauen sowie die Beleuchtung verbessern", zählt Bütler eine weitere, durch die Kommission initiierte Verbesserung auf. Mit Walter Hurschler, dem ehemaligen Nordisch Kombinierer, wurde ein Technischer Leiter Nordic engagiert, der die Schnittstelle zwischen Gemeinde und Loipennutzer bildet. Zusätzlich zum verbesserten Loipennetz kam im Bereich Kloster/Erlen ein ganz neuer, kurzer Streckenabschnitt hinzu – welcher jeder Gast beim Ankommen im Dorf sofort sieht und das Langlaufen schmackhaft macht.

Alle ziehen mit
Auch die einheimischen Skischulen, Sporthändler sowie Hotels ziehen mit und pushen die Sportart. Bei allen Beteiligten spürt man enorm viel Herzblut für den Langlaufsport. Wie gut die einzelnen Stakeholder in Sachen Langlauf zusammenarbeiten, zeigt sich beispielsweise am Nordic Opening. Dieser Anlass vom Sonntag, 9. Dezember soll die Langlaufsaison so richtig lancieren. Einheimische Sporthändler bieten einen gratis Langlauftest an und Langlauflehrer der Prime Mountain Sports sowie der Schweizer Skischule geben Tipps und Instruktionen. Zudem können Interessierte Biathlon ausprobieren, Hotels bieten Übernachtungspackages an.

Olympionikin als Aushängeschild
Und auch für den Nachwuchs wird im Dorf gesorgt. Während die Biathletin und Olympiateilnehmerin mit zwei Diplomen (8. in der Verfolgung, 6. im Team) Lena Häcki sich bereits an der Weltspitze zu behaupten weiss, trainieren im Verein Nordic Engelberg rund 90 Kinder Langlauf und Biathlon. Einige Talente stehen schon kurz vor dem Durchbruch – das gemeinsame Engelberger Engagement für den Langlaufsport dürfte aber noch viele weitere Kinder und Erwachsene für den Langlaufsport begeistern.


Text: Andrea Hurschler
Andrea Hurschler begann vor rund zwölf Jahren mit dem Langlauf. Weil damals die Sportart noch alles andere als cool war, ging sie vorwiegend bei Dunkelheit auf die Loipe. Heute muss sie sich nicht mehr verstecken und trifft sich deshalb gerne auch mit Freundinnen zum Langlaufen. Dass Engelberg immer mehr zu einer Langlaufdestination wird, freut sie deshalb sehr.
Bild: Oskar Enander