Nach dem bodenständigen Hofbesuch ging's hoch hinaus

31. Juli 2018

Meine Tochter und ich verbringen unbeschwerte Stunden auf dem Bauernhof und beim Klettern komme ich höher als gedacht. Dank der Motivationskünste des Bergführers überwinde ich bei der Teilnahme am Engelberger Sommerprogramm nämlich meinen inneren Schweinehund.

Zusammen mit meiner Tochter treffe ich auf dem Bauernhof von Familie Scheuber ein. Die rund 20 Kinder und ihre Eltern sind gespannt, was es auf dem Hof am Fusse des Hahnes zu entdecken gibt. Ein kleines Mädchen sucht überall «les vaches» – die Kühe. Diese weilen im Sommer natürlich auf der Alp. Dennoch gibt es auf dem Hof Winkel viel zu sehen und zu lernen. 

Und wir haben Glück, Helena Scheuber kann uns ein Kälbchen zeigen. Gerade mal eine Woche alt ist es. Die Kinder streicheln es, geben ihm den Finger zum Nuckeln und entdecken gleich neben ihm ein kleines Geisslein. Caramel ist bei Scheubers in den Ferien. 

Ein Huhn legt im Hühnerstall in aller Ruhe ein Ei. «Das holen wir später, damit wir den Zopf anstreichen können», verkündet Helena. Sie hat nämlich Teig vorbereitet, den jedes Kind zu einem Zopf oder Teigtierli verarbeiten kann. 

Während die kleinen Kunstwerke im Ofen sind, dürfen sich alle frei auf dem Hof bewegen. Die Tiere besuchen, Büchsen werfen, Nägel einschlagen oder einfach herumtollen. Wir Eltern geniessen die Sonne und schauen der Unbeschwertheit der Kinder zu. Ich muss das tolle Erlebnis nicht mit vielen Worten umschreiben: Eine Familie ist schon zum vierten Mal bei diesem Bauernhofmorgen mit dabei. Ein grösseres Kompliment gibt es wohl kaum.

Klettern im Sporting Park
Nach dem gemütlichen Morgen auf dem Bauernhof folgt «Me-Time» für Mami – aber durchaus weniger erholsame. Beim Klettern in der Halle sind nämlich meine Muskeln gefragt.

Einige der Anwesenden, ein bunter Mix aus Kindern mit ihren Eltern, versuchen sich unter Anleitung der Bergführer Daniel Perret und Thomas Odermatt im Bezwingen der Kletterwand. Einige davon zum ersten Mal, einige sind schon ziemlich geübt, andere so wie ich: etwas dazwischen. 

Ich will mich mit der einfachsten Route an die Sache wagen. Doch Dani motiviert mich, eine schwierigere Variante zu versuchen. Etwas nervös, ob ich das auch wirklich schaffen würde, versuche ich mich die Wand hochzuarbeiten. Die ersten paar Meter habe ich bald geschafft, doch schon beginnen meine Arme zu brennen. 

Mitten in der Wand rufe ich (der innere Schweinehund lässt grüssen) hinunter: «Ist gut, du kannst mich hinunterlassen.» Nix da, meint Dani und coacht mich immer höher. Er lässt mich pausieren, aber sicher nicht hinunter. So schaffe ich es dank seiner Motivationskünste (und wahrscheinlich auch dank etwas fester am Seil ziehen) tatsächlich bis ganz hinauf.

Ich bin happy mit diesem Erfolgserlebnis und bekomme, wie viele andere Teilnehmer, Lust auf grössere Kletterabenteuer. 

Familienprogramm


Text & Bilder: Andrea Hurschler
Sie ist gebürtige Engelbergerin und schätzt die Natur und die Freizeitangebote in Engelberg. Mit ihrer Teilnahme am Sommerprogramm fühlte sich das einheimische Zweifach-Mami wie in den Ferien.